DIY: Realistische Fimo Sukkulenten
Diese kleinen Sukkulenten aus Fimo sind eine tolle DIY-Idee für alle, die Pflanzen lieben aber keinen grünen Daumen haben. Durch zusätzliche Farbakzente mit Pastellkreide werden die kleinen Imitate sogar noch realistischer. In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine eigenen Fimo Sukkulenten gestalten kannst.

Die wunderschönen Sukkulenten, „Echeverien“ genannt, haben mir immer schon sehr gefallen aber leider bin ich nicht mit einem grünen Daumen gesegnet, daher hab ich mir überlegt, wie ich diese Schönheiten aus Fimo Modelliermasse formen könnte.
Mein übliches Vorgehen: Einfach mal ausprobieren, verschiedene Varianten und Methoden testen, Rückschläge hinnehmen, manchmal ein bisschen fluchen aber letztlich eine Lösung finden, die hoffentlich auch für Anfänger gut umsetzbar ist und mit wenig Material und Zubehör auskommt.
Material für Fimo Sukkulenten

Für den Anfang kommst du mit zwei Farben Fimo (Smaragd und Cognac) schon mal zurecht. Sollte dich dann das Fimo-Fieber packen, kannst du auch noch weitere Farben dazu kaufen um noch mehr verschiedene Variationen zu zaubern.
- Fimo soft: Smaragd & Cognac
- Fimo soft für weitere Farb-Varianten (optional): Sahara, Delfingrau, Tropischgrün, Schwarz
- Pastelkreiden: weiss, rosa, pink, ev. noch weitere Farben (allenfalls Lidschatten/Rouge)
- Schleifpapier
- Feiner, fluffiger Pinsel
- Fester Blumendraht
- Werkzeuge: Zahnstocher, Fimo Cutter (zum Schneiden), Drahtschneider
- Teelichtglas mit etwas Sand (oder ähnliches zum Reinstecken der Sukkulente)

Fimo mischen: Grüntöne für Sukkulenten

Fimo gibt es zwar in vielen Farben, aber meist nicht genau in dem Ton, den man für sein Projekt gerade braucht. Die gute Nachricht ist aber, dass man die Farben untereinander mischen und so eine Vielfalt an verschiedenen Nuancen erhalten kann.
Doch welche Farben mischt man denn nun für ein schönes Sukkulentengrün? Um das herauszufinden hab ich erstmals ein wenig experimentiert und getüftelt. Nachfolgend meine Erkenntnisse und Empfehlungen, die du entweder als Orientierung nehmen oder auch ignorieren kannst, wenn du lieber selber rumprobieren magst.
Mittleres Sukkulenten-Grün
Für ein schönes, mittleres Grün als Ausgangspunkt empfehle ich die Farben Smaragd und Cognac. Wenn man diese im Verhältnis von 1:1 mischt bekommt man eine schöne und passende Sukkulentenfarbe. Für diese Anleitung nehme ich genau diese Kombi, so musst du erstmal auch nicht so viele Fimo Farben kaufen.
Helle Grüntöne
Echeverien gibt es oft auch in helleren Varianten. Um hier passende Nuancen zu erhalten, empfehle ich die Farben Sahara und Delfingrau als Basis zu verwenden und die anderen Farben in kleineren Anteilen dazuzumischen. Smaragd und Congnac färben nämlich sehr stark und schon kleine Anteile dunkeln die Farbe insgesamt stark ab. Mit Sahara wird der Grünton etwas wärmer, mit Delfingrau etwas kühler.

Dunkleres Grün
Mit Smaragd und Cognac alleine bekommt man keinen dunkleren Farbton hin. Wenn du also noch eine dunklere Variante haben möchtest, kannst du noch etwas Schwarz untermischen.
Intensiveres, gelblicheres Grün
Für einen farblichen Extra-Kick kann man noch etwas Tropischgrün dazu geben. Diese Farbe aber nur in kleinen Mengen verwenden, da das Ganze sonst zu intensiv und kitschig wird.
Wenn du magst, kannst du selber mal ein wenig ausprobieren. Alternativ kannst du dich von nachfolgendem Cheat Sheet inspirieren lassen, welches ein paar meiner Lieblingskombis enthält. So hast du eine Idee, wie die Mischverhältnisse sein könnten und was dabei in etwa heraus kommt. Bedenke, dass die Farben je nach Bildschirm unterschiedlich aussehen können.

Für diese Kombis habe ich die Farben Smaragd, Cognac, Sahara, Delfingrau, Tropischgrün und Schwarz verwendet.

Mit den Zahlen musst du es nicht übertrieben genau nehmen. Wenn im letzten Beispiel steht, dass du 14 Teile Sahara und 1 Teil Tropischgrün brauchst, so ist damit vorallem gemeint, dass der Hauptanteil der Mischung Sahara sein soll und die anderen Farben in kleineren Anteilen dazu kommen.
Fimo mischen

Falls du dich mit Fimo schon gut auskennst, kannst du diesen Abschnitt gerne überspringen. Ansonsten zeige ich dir hier eine einfache Methode um Fimo Farben zu mischen.
Sauber machen tun viele zwar nicht so gern, aber wenn du mit Fimo arbeitest, solltest du unbedingt deine Arbeitsfläche und Hände vorher gut reinigen. Staub und Dreck bleiben nämlich sehr gerne am Fimo kleben und sind nur schwer bzw. nach dem Backen gar nicht mehr weg zu kriegen.

- Schneide jeweils zwei Rippchen Fimo soft in Smaragd und Congnac zurecht (Verhältnis 1:1).
- Schneide oder brich das Fimo in kleine Stückchen.
- Füge diese Stückchen zu einem Ball zusammen.
- Beginne das Fimo auszurollen.
- Verdrehe oder knülle die Rolle dann wieder kompakt zusammen und rolle es wieder aus.
- Das machst du so lange, bis du eine gleichmässige Farbe bekommst.
Wenn dir der Farbton nicht gefällt, füge noch weiteres Fimo in passender Farbe hinzu und mische weiter bis du den gewünschten Farbton erhälst.
Das Mischen kann schon mal eine Weile dauern aber diese Tätigkeit ist ansonsten sehr entspannend und erfordert auch nicht besonders viel Aufmerksamkeit. Ideal also, wenn du Nebenbei deine Lieblingsserie schauen oder ein Hörbuch hören magst.
Basis der Fimo Sukkulente formen

Tisch und Hände sauber? Alle Materialien bereit gelegt? Na dann lass uns loslegen und das Zentrum der Sukkulente vorbereiten. Hierfür verwende ich ein etwa 10cm langes Stück dicken Blumendraht, den ich mit Fimo umwickle. Das gibt der Sukkulente Stabilität und man hat zudem etwas, woran man das Werkstück festhalten kann. Ausserdem kann man sie nach dem Backen auf diese Weise auch gut eintopfen.
Bei meinen ersten Versuchen hatte ich das noch nicht so gemacht und das Ansetzen der äusseren Reihen gestaltete sich dadurch schwer, weil man keinen Gegendruck ausüben kann und höllisch aufpassen muss, dass man die Blätter nicht quetscht und zusammendrückt.
Zwei mal ist mir dabei auch eine Sukkulente aus der Hand gefallen wodurch sie etwas platt und eingerissen herauskam. Aber alles halb so wild, auch die Blätter einer echten Pflanze sind nicht immer perfekt und kleine Macken verleihen den Werken auch einen gewissen Charme und Natürlichkeit.

- Aus deinem vorbereiteten Fimo formst du nun eine kleine Kugel.
- Rolle diese Kugel 2-3cm lang und drücke sie mit dem Finger flach. Lege dann das Stückchen Blumendraht mittig hinein.
- Ummantle nun den Draht mit dem Fimo. Schlage die Seiten um den Draht herum und drück alles gut an.
- Den Draht kannst du nun zur Seite stellen. Dazu kannst du z.B. ein kleines Schälchen mit etwas Sand füllen und den Draht zum Zwischenlagern dort reinstecken.
- Anschliessend formst du mehrere kleine, etwa erbsengrosse Fimokügelchen. Rolle sie erst ein bisschen aus und drücke sie anschliessend mit dem Finger flach.
Beim Flachdrücken ist es einfacher, das Blatt immer wieder zwischendruch umzudrehen: Also, bisschen andrücken, von einer Seite lösen, umdrehen, weiter flach drücken, wieder von einer Seite lösen, umdrehen und flach drücken, bis du die gewünschte Grösse erreicht hast. Gefällt dir die Form nicht oder falls das Fimo mal einreisst oder ne Kerbe kriegt, form es einfach wieder zu einer Kugel und fang von vorn an.
Blätter mit Pastelkreide einfärben

Den Schritt mit der Pastellkreide kannst du auch auslassen wenn du willst. Ich finde aber, es gibt den Sukkulenten noch das gewisse Extra und man kann so viele verschiedene Varianten zaubern.
Als ich die Fotos für die Anleitung gemacht hab, hab ich die Blätter bereits vor dem Anbringen mit Pastellkreide betupft. Bei späteren Varianten, hab ich dies erst ganz am Schluss gemacht. Funktionieren tut beides, du kannst es also so handhaben, wie es dir sympathischer ist.

5. Die Fimo Blätter kannst du nun mit etwas Pastellkreide einfärben. Dazu nimm am besten ein Stück Schleifpapier und mal mit der Kreide kurz drüber. Dabei entsteht feiner Kreidestaub und diesen kannst du nun mit einem feinen Pinsel auf deine Sukkulenten Blätter auftragen (zur Not tuns auch die Finger). Ich habe hier die Blattmitte mit Weiss bepinselt um den pudrigen Sukkulenten Look zu imitieren und anschliessend noch die Blattspitzen mit Rosa eingefärbt.
6. Wenn du magst kannst du das Blatt zusätzlich mit Hilfe eines Zahnstochers etwas formen. Dazu den Zahnstocher längs auf das Blatt legen und die Spitzen ein wenig um das Hölzchen nach oben drücken.
7. Platziere zwei Blätter um die Drahtbasis, drücke den unteren Teil an den Stängel an.
8. Schliesse die inneren beiden Blätter und setze in der zweiten Reihe weitere Fimoblätter an. Achte darauf, dass du die Blätter jeweils versetzt und seitlich leicht überlappend anordnest.
Weitere Blätter anbringen

Mit jeder weiteren Reihe dürfen die Blätter gern etwas grösser werden. Wieviele Reihen du machst, bleibt dir überlassen. Auch wieviele Blätter pro Reihe du ansetzt ist nicht in Stein gemeisselt. In diesem Beispiel habe ich 4 Blätter in der zweiten Reihe angesetzt, bei den meisten meiner Sukkulenten waren es jedoch nur 3.
Das hängt halt damit zusammen, wie breit deine Blätter werden und wie stark du sie überlappst. Wenn du siehst, dass die Lücke zu gross ist, dann form lieber nochmal ein extra Blatt, damit jede Reihe ausgewogen aussieht.

9. In der zweiten Reihe arrangiere ca 3-4 Blätter um das Zentrum herum. Während die innersten beiden Blätter mehr oder weniger geschlossen sind, kannst du die zweite Reihe bereits etwas mehr öffnen.
10. Von der Seite sieht das dann so aus: Die Blätter werden unten jeweils an den Stängel gedrückt, während sie oben etwas nach aussen stehen dürfen.
11. In der dritten Reihe passen meistens zwischen 5 und 6 Blätter drum herum. Forme sie jeweils nach dem gleichen Prinzip. Es empfiehlt sich hier erstmal alle Kügelchen einer Reihe zu formen und zu schauen, ob sie alle gleich gross sind und sie dann erst flach zu drücken.
12. Pro Reihe kommen jeweils zwischen 1-3 neue Blätter dazu. Also mit jeder Reihe haben wir mehr und auch grössere Blätter, die wir ansetzen. Während du am Formen der Blätter bist, kannst du die Sukkulente in das Sandglas stellen wo sie geduldig auf dich wartest, bis du soweit bist die nächste Blattreihe anzusetzen.
Sukkulente fertig stellen und Backen

Nach diesem Prinzip kannst du jetzt weiter machen und Reihe für Reihe neue Blätter ansetzen bis du mit der Grösse deiner Sukkulente zufrieden bist. Die meisten meiner Modelle haben 5 Reihen. Das war für mich eine angenehme Grösse und man kommt mit insgesamt 4 Rippchen Fimo ganz gut zurecht.

13. Achte nach wie vor darauf, dass du die Blätter immer schön versetzt anordnest und entstandene Lücken gut ausfüllst.
14. Nochmal ein Blick auf die Seite. Mit jeder Reihe wird es etwas schwieriger die Blätter anzusetzen und an den Stängel anzudrücken, besonders wenn die Blätter mal zu kurz geraten sollten. Achte darauf, dass du die Blätter möglichst nur unten andrückst und schau, dass du nicht gleichzeitig am Draht ziehst. Ich hatte einen Fall, wo ich den Draht unmerklich immer weiter herausgezogen hatte, bis er nicht mehr hielt.
15. Wenn die Sukkulente fertig ist, kannst du nochmal etwas mit Kreide drüber. Beim Formen und Andrücken kann es sein, dass du einen Teil mit den Fingern wieder verwischst, das kannst du jetzt noch ausgleichen. Oder du pinselst die Sukkulente sowieso erst zum Schluss ein. Hier hab ich die äussersten Spitzen noch mit einem kräftigen Pink akzentuiert.
16. Nun muss das Fimo noch gebacken werden und zwar für 30 Minuten bei 110°C im Backofen. Du kannst die Sukkulenten entweder steckend im Sandbad oder in einer kleine Vase backen. Alternativ auch hängend wie ich es hier gemacht habe. Dazu hab ich die Drahtenden gebogen und die Sukkulenten Hals über Kopf in einer Kartonbox an einen Holzspiess gehängt. Nach dem Backen kannst du den überstehenden Blumendraht auf der Rückseite einfach abknipsen.

Ach ja, falls du dich wunderst, warum ich die Fimo Sukkulenten in Fledermauspose gebacken habe: Meine äussersten Blätter wurden von der Schwerkraft nach unten gezogen und ich wollte nicht, dass sich die Blätter auffächern und flach legen. Daher hab ich die guten Stücke kopfüber gebacken, so kam mir die Schwerkraft wieder entgegen und nach dem Backen bleiben die Pflänzchen dann in dieser aufgerichteten Form.
Fimo Sukkulenten und ihre Varianten

Fimo Sukkulenten sind definitiv Rudeltiere und wenn dich das Fimo-Fieber mal gepackt hat, vermehren sie sich ziemlich rasant. Während ein einzelnes tolles Unikat natürlich schon bezaubern kann, so wirken die Sukkulenten in einem schönen Arrangement als Gesamtwerk aber noch viel interessanter und lebendiger. Es gibt so viele Parameter, die du verändern kannst um ganz viele verschiedene Looks zu gestalten.
Variieren kannst du:
- Die Basisfarbe des Fimo: hell, dunkel, gelblicher, bläulicher oder auch mal rötlich.
- Die Form der Blätter: spitz, rundlich, länglich oval oder gebogen.
- Die Blattgrösse: Blätter ähnlich gross oder die äusseren Blätter deutlich grösser als die inneren.
- Grösse der Sukkulente: Kleinere und grössere Exemplare.
- Die Wahl der Pastellfarbe: Weiss, Beige, gelblich, bläulich, zartes Rosa oder kräftiges Pink.
- Die Anzahl der Pastellfarben: nur eine Farbe oder mehrere Farben.
- Wo du die Pastellkreide aufträgst: grossflächlig, nur die Kanten, nur die Spitzen und Kombinationen davon.

Je diverser die Sukkulenten herauskommen, desto interessanter das Gesamtbild. Durch das herausstehende verstärkte Drahtstückchen auf der Rückseite kannst du die Sukkulenten gut irgendwo reinstecken, z.B. in Sand oder kleine Steinchen, entweder einzeln in einem kleinen Töpfchen oder Vase. Oder eben als Gruppe in einer Schale.
Auch als Geschenk und Mitbringsel machen sich die Fimo Sukkulenten super, besonders da sie sehr pflegeleicht sind und nicht eingehen, da man sie ja nicht wässern muss.

Falls dich nun das Fimo-Fieber erbarmungslos erwischt hat und du weitere Ideen und Anleitungen suchst, dann schau doch mal meine anderen Fimo Beiträge an.
Ich wünsche dir viel Spass beim Gestalten und Werkeln. Tagge mich gerne auf Instagram, wenn du die Anleitung ausprobierst. Bin gespannt auf deine Varianten!

DingsvomDienstag, Froh und Kreativ, Creativsalat, Lieblingsstücke



2 Kommentare
Birgit von Tischlein deck dich
WOW, was für ein toller ausführlicher Post. Die Sukkulenten sehen wirklich auch wie echt. Hast du super gemacht 👏. Viele Grüße Birgit
Nadia
Oh so lieb 😍
Vielen Dank liebe Birgit.
Freu mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt!
Liebe Grüsse, Nadia